Ticketgebühren bestehen bei jedem Anbieter aus denselben vier Posten. Vergleichbar werden sie erst, wenn du den Gesamtabzug vom Umsatz ausrechnest, nicht den Prozentsatz aus dem Prospekt. Hier der Durchlauf mit festen Zahlen: 3.400 verkaufte Tickets zu 25 Euro, Bruttoumsatz 85.000 Euro.
Woraus Ticketgebühren bestehen
- Grundgebühr für den Shop, monatlich oder pro Event. Bei vielen Anbietern abgeschafft, bei manchen noch drin.
- Gebühr pro Ticket, prozentual, als Festbetrag oder beides.
- Zahlungsgebühren für die Zahlungsart, die der Gast wählt. Mal in der Ticketgebühr enthalten, mal kommen sie obendrauf.
- Storno-, Absage- und Auszahlungsposten, meist erst in den AGB.
Der vierte Posten steht in keiner Prozentangabe. Genau dort entstehen die Überraschungen bei der Abrechnung.
Ein Beispiel mit 3.400 Tickets
Die Sätze hier sind Beispielwerte, keine Preise eines bestimmten Anbieters. Ein Modell mit 5 Prozent plus 0,50 Euro je Ticket kostet bei 25 Euro 1,75 Euro pro Ticket, auf 3.400 Tickets 5.950 Euro oder 7 Prozent vom Umsatz. Kommen die Zahlungsgebühren separat dazu, etwa 1,5 Prozent plus 0,25 Euro je Kartenzahlung, sind es weitere 2.125 Euro. Aus den beworbenen 5 Prozent werden 9,5 Prozent.
Mit dem Ticketpreis dreht sich die Rechnung. Ein Festbetrag von 1 Euro je Ticket ist bei 25 Euro teurer als 2,5 Prozent, bei 80 Euro deutlich günstiger. Festbeträge tun bei günstigen Tickets weh, Prozentsätze bei teuren. Rechne deshalb immer mit deinem eigenen Ticketpreis, nicht mit dem Beispiel des Anbieters.
Das Kleingedruckte: Storno, Absage, Auszahlung
Drei Fragen entscheiden über die Abrechnung, und keine davon steht auf der Preisseite. Was kostet ein einzelnes Storno, und behält der Zahlungsdienst dabei seine Festgebühr? Was passiert bei einer Absage des ganzen Events, bleibt die Gebühr auf verkauften Tickets an dir hängen, obwohl du sie den Gästen erstattest? Und wann ist das Geld auf deinem Konto: laufend, alle zwei Wochen oder erst nach dem Event? Wer Anzahlungen an Künstler, Technik oder Gelände leisten muss, sollte den letzten Punkt vor dem Prozentsatz klären.
Wer die Ticketgebühr zahlt
Du hast drei Möglichkeiten, und alle drei sind legitim:
- Du trägst die Gebühr. Der angezeigte Preis ist der Endpreis. Sauber für die Wahrnehmung, teurer für dich.
- Der Gast trägt die Gebühr. Sie erscheint als eigener Posten und muss vom ersten Preis an sichtbar sein, nicht erst im Warenkorb.
- Ihr teilt euch die Gebühr. Etwa indem du die Systemgebühr übernimmst und der Gast die Versandoption, die er wählt.
Der rechtliche Rahmen ist enger, als viele denken. Die Preisangabenverordnung verlangt gegenüber Verbrauchern den Gesamtpreis, und ein Aufschlag für ein bestimmtes Zahlungsmittel ist nach § 312a BGB nur wirksam, wenn es eine gängige kostenlose Alternative gibt. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung, er sortiert die Fragen für das Gespräch mit deinem Anbieter.
Woran du ein faires Gebührenmodell erkennst
Ein Anbieter, der dir vor dem Vertrag eine Beispielrechnung mit deinen eigenen Zahlen aufmacht, hat nichts zu verstecken. Achte auf vier Antworten: Zahlungskosten enthalten oder obendrauf, Gebühr bei Storno und Absage, Zeitpunkt der Auszahlung, Kosten für Freikarten.
Bei tickee gibt es keine Grundgebühr. Die Systemgebühr fällt je verkauftem Ticket an, alle Zahlungskosten sind darin enthalten, Freikarten bleiben gebührenfrei. Wenn du deine Zahlen einmal gegenrechnen möchtest, machen wir das in 30 Minuten gemeinsam, mit deinen Ticketpreisen statt mit Beispielen.